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Fight the Power

Rachel Nyangombe

In Rachel Nyangombes Video wird der Wille hervorgehoben, mit dem SYSTEM, der Macht, Schluss zu machen. Dieser echte Wille wird von der Künstlerin durch ihre Musik zum Ausdruck gebracht, die darauf abzielt, sich gegen die Hebel der Macht zu wenden, die in den Alltag eingebaut sind, auch durch Mechanismen, die derzeit als „Soft Power“ bekannt sind und öffentlich als solche bezeichnet werden. Die Künstlerin greift das System an und nutzt dabei die Werkzeuge desselben Mechanismus, darunter die Neuen Informations- und Kommunikationstechnologien. Hier wird das GIF (The graphics Interchange Format), das häufig in sozialen Netzwerken verwendet wird, über einen QR-Code, der es Smartphones ermöglicht, das Werk zu kopieren und über den Bildschirm zu betrachten, in ein Kunstwerk verwandelt. Die Bilder wurden während der Ausstellung auch im Videoformat projiziert. Dieser Ansatz umgeht die monodirektionale Sicht auf das, was Kunst ist, die geweihte und geheiligte Sicht in den Räumen wird hier kurzgeschlossen.

Fight the power ist ein interdisziplinäres Projekt, eine Performance, ein Video, ein Soundtrack; eine poetische Erzählung, die auf Massenmedialität abzielt. Durcht ein populäres Medium wird ein populäres Thema behandelt: der Klassenkampf. Es ist eine Aktion, die eine Debatte eröffnet um Massenmedien und individuelle Beteiligung.

Die Künstlerin Rachel Nyangombe ist die Tochter einer Schweizer Musikerin und Schullehrerin und eines kongolesischen Chemikers. Sie erblickte in der Schweiz das Licht der Welt und wuchs dort in Interaktion mit klassischer Musik und Ballett auf. Im Jahr 2006 zog sie nach Kinshasa, wo sie im Spannungsfeld zwischen der D.R. Kongo und ihrem Geburtsort der Schweiz lebt.

Als autodidaktische Künstlerin nutzt sie jedes Medium, das ihr zur Umsetzung ihrer künstlerischen Vorstellungen notwendig erscheint: Musikkomposition, Interpretation, Schreiben, Video, Performance, Kostüme. Von 2004 bis 2006 assistierte sie dem Prêt-à-porter-Designer Javier Reyes in Bern in der Schweiz. 2006 arbeitete sie mit dem Performer Athi Patra bei den „Scénographies Urbaines de Kinshasa“ zusammen, die vom Kollektiv Eza possible organisiert wurden. Der Clip Chocolat, ihre erste Videoarbeit, zeigt den kongolesischen Performer Androa Mindre Kolo. Ihre Bühnenarbeit und ihre Werke sind eine Reminiszenz an das Kabarett. Sie bietet poetische, manchmal schräge Welten, indem sie die einfachen Dinge besingt: die Liebenden, die Verzauberungen und die Gemeinheiten der Welt. Sie verwendet mit Verschattungen und Irrwegen getarnte Wörter und Gesten. 2008 entsteht eine erste Band, Village Papa Nyangombe, mit Afropunk-Klängen und kosmopolitischen Einflüssen aus Rock, Rumba und Jazz, mit der sie bis 2016 auf den Bühnen von Kinshasa spielt und u. a. an den Festivals Connexion Kin des KVS (Königlich Flämisches Theater) aiRD’iCi festival de musiques urbaines teilnimmt. Seit 2016 arbeitet sie als Solokünstlerin oder in Zusammenarbeit mit anderen Künstlern unter dem Namen NYANGOMBE.