LABORATOIRE KONTEMPO

Laboratoire Kontempo 2021/22

Kinzonzi

Das „Kinzonzi“ des Laboratoire Kontempo 2021/22 wird Künstler*Innen, Forscher*Innen und Theoretiker*Innen aus Kinshasa, Berlin und anderen Orten in einem analogen und digitalen transdisziplinären Experimentierraum zusammenbringen, um die Strukturen postkolonialer Macht, epistemische Hierarchien und dominierende Trends in der zeitgenössischen internationalen Kunstszene zu hinterfragen.

In Kikongo, einer der Landessprachen der D.R. Kongo, bezieht sich das Wort „Kinzonzi“ auf ein Treffen, das kodifizierte herkömmliche und traditionelle Praktiken beinhaltet. Diese Zusammenkunft, die gemeinhin als afrikanisches Palaver bezeichnet wird, ist ein bewährtes Mittel für Verhandlungen innerhalb der Familie oder der Gesellschaft, sei es im Kongo oder in Afrika im Allgemeinen.

Das Laboratoire Kontempo 2021/22 interpretiert den Begriff „Kinzonzi“ in Anlehnung an die zeitgenössische Populäre Kultur in Kinshasa im Sinne einer Verschwörung, einer Konsultation, eines Raums notwendiger Interaktionen, um die Vorstellungskraft, die Grundlage unserer Zukunft und unserer heutigen Realitäten zu hinterfragen.

Im Rahmen des Projekts Laboratoire Kontempo 2021/22, das in Zusammenarbeit mit Acud Macht Neu (Berlin) entwickelt wurde, liegt der Schwerpunkt auf dem Austausch zwischen lokalen Perspektiven Kinshasas und Themen, die auf internationaler Ebene diskutiert werden, aber direkten Einfluss auf das tägliche Leben und künstlerische Entwicklungen haben. Zu diesen Themen gehören Stereotypen in der Wahrnehmung Afrikas und afrikanischer Kulturen, (post-)koloniale Realitäten und ihre Machtdynamik sowie sprachliche, intellektuelle und epistemische Hierarchien.

Aufbauend auf den Erfahrungen aus Kinshasa werden die Künstler die Laboratoire Kontempo-Methode nach Berlin bringen. In diesem Rahmen werden Teilnehmer aus Berlin im Oktober 2021 am Laboratoire Kontempo in Kinshasa teilnehmen, entweder vor Ort oder digital, und im Austausch mit den dortigen Teilnehmern Projekte und Arbeiten entwickeln, die sich zwischen Ausstellung, Diskurs und Intervention mit der Situation vor Ort auseinandersetzen und auf sie reagieren. Anschließend kommen die Künstlerinnen und Künstler im Mai 2022 zu einem Berliner Laboratoire Kontempo zusammen, um ihre Arbeit in der neuen Umgebung fortzusetzen. Aufbauend auf den gemeinsamen Erfahrungen und Projekten in Kinshasa wird das Kunsthaus ACUD zum Zentrum und Ausgangspunkt für eine Aneignung und multiperspektivische Neuinterpretation der Stadt. Über einen Zeitraum von zwei Wochen werden mit diskursiven, performativen und installativen Interventionen und Formaten experimentell Ansätze und Möglichkeiten für eine Neudefinition des öffentlichen Raums zwischen lokalen und globalen Perspektiven erprobt und die Frage aufgeworfen: Wie kann hybride Wandlungsfähigkeit als dynamischer Ansatz für das Leben in Zeiten der Krise genutzt werden?

Teilnehmehmer*Innen

Künstler*Innen

Billy Ngalamulume Mukinay alias Kill Bill
Dedhel Bulamatadi Kisinga + Guelord Vulu Vangu
Gabriella Torres-Ferrer
Jérôme Chazeix
Jessika Khazrik
Koko Kabamba Byamungu
Luiza Prado
Miguel Buenrostro
Mukenge/Schellhammer
Paulvi Ngimbi
Prisca Tankwey
Rachel Nyangombe
Raul Walch
Sammy Baloji
Sinzo Aanza
Dorine Mokha (Hommage)

Forscher*Innen

Jean Kamba
Sorana Munsya

Screening Programm

Cornelia & Holger Lund (fluctuating images)

Radio Programm

Jasmina Al-Qaisi & Ralf Wendt mit Orakle Ngoy

Partner*innen

„Kinzonzi“ ist ein Projekt des Laboratoire Kontempo und ACUD Macht Neu Berlin.

Es wird gefördert im TURN2 Fonds der Kulturstiftung des Bundes und von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.

Träger des Projektes in Kinshasa ist Option ONGD.

Weitere Projektpartner sind: Goethe-Institut Kinshasa, Plateforme Contemporaine, Akademie Schloss Solitude, Institut-Français Kinshasa, ifa (Institut für Auslandsbeziehungen), Académie des Beaux-Arts de Kinshasa.